Meine Antwort auf die “Frage der Woche” von news.ch: “Die Schweizer Wirtschaft stöhnt unter dem starken Franken. Kann die Politik etwas machen?”
Im Moment bereitet der Euro-Franken-Wechselkurs vor allem Exporteuren ohne Zweifel Sorgen: Durch die Aufwertung des Frankens verteuern sich unsere Exportgüter im Ausland. Da die Exporteure ihre Kunden nicht verlieren wollen, sind sie meist gezwungen, die Preise im Ausland gleich zu halten. Dies drückt schlussendlich auf die Marge.
Ein starker Franken ist aber nicht nur negativ: Die meisten Firmen beziehen Güter im Ausland. Gerade Rohstoffe hat die Schweiz bekanntlich wenig und muss diese im Ausland beziehen. Dem Import kommt der starke Franken daher zu Gute. Das merken wir auch persönlich: Einkaufen über der Grenze wird günstiger.
Der Wechselkurs ist zudem nicht die alles entscheidende Grösse. Neben dem nominalen Wechselkurs ist ausschlaggebend, wie viel jeweils für eine Währung bezogen werden kann. Dabei spricht man von der Kaufkraftparität. Der kaufkraftbereinigte Wechselkurs ist nicht so tief wie der aktuelle Kurs auf dem Markt.
In der Theorie wird davon ausgegangen, dass der nominale um den realen Wechselkurs schwankt. Selbst wenn langfristig eine reale Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro beobachtet wird, so ist kaum davon auszugehen, dass der Wechselkurs auf nicht für immer auf diesem historischen Tief bleibt. Wie lange das Tief jedoch dauert, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Bei den Gründen für den starken Franken streiten sich die Experten ebenfalls. Die Massnahmen, die bereits in den Medien herumgereicht werden, diskutiert werden, werden hoffentlich nicht ergriffen.
So werden beispielsweise Negativzinsen auf Gelder aus dem Ausland diskutiert. Nicht nur, dass die Nationalbank unabhängig von der Wirtschafts- und weiteren Politik sollte agieren können: Hier würden auch Investoren vergrault, die in unsere Wirtschaft und unsere Arbeitsplätze investieren möchten! Die Negativfolgen sind absehbar. Besser, die Politiker konzentrieren sich darauf, der Wirtschaft gute Rahmenbedingungen zu geben (Freie Märkte, Zugang zu gut ausgebildeten Personen, gute Grundausbildung, etc.), damit auch der starke Franken überstanden werden kann.
Januar 18, 2011 um 2:03 am |
Ich habe seinerzeit mit US-$ zu CHF 4.30, das engl-£ mit CHF 20.-, die DM mit über CHF 1.35 kalkuliert. Und heute? Haben sich diese Währungen jemals erholt? Dies solle nun mit dem EURO anders gehen! Welch naiver Glaube. Alle wissen, dass dass das Gegenteil der Fall sein wird. Nur die SNB wohl nicht. Oder ist dort der Glaube vorhanden, dass der immer grössere, aber doch arg löcherige, (Staaten mit maroden Budgets geben Garantien ab!!!) EURO- Währungsschirm, Alles retten wird.
U n d: Die robusten Firmen von damals leben heute noch. Die machen und weinen immer nur. Innovation und Qualität sind gottlob eben so wichtig wie Umrechnungssätze!
Dies ist meine langjährige Erfahrung in Idustrie (vor allem Export!) und Handel