Leserbrief zum TZ Artikel vom 7.12.2010
In Sachen Verteilen von Gideon-Bibeln an Berufsschulen spricht die Organisation “Bildung Thurgau” in der TZ vom Dienstag genau den heiklen Punkt an. Hier wird einseitig eine Werbeaktion zugelassen. Kaum vorstellbar, dass sich nicht mehr Widerstand gegen solche Aktionen und vor allem die regierungsrätliche Unterstützung regt! Schliesslich würden bestimmt auch andere Gruppierungen gerne ihr Informationsmaterial in den Schulpausen abgeben. Ob politische Parteien, Atheisten, Freikirchen oder andere religiöse Gruppierungen ebenfalls willkommen wären und den Segen des Regierungsrats bekämen? Vermutlich nicht. Daher wäre es wünschenswert, wenn sich der Regierungsrat nicht einseitig für eine Gruppierung oder religiöse Richtung einsetzt. Christliche Werte hin oder her – auch kritisches Denken ist ein Wert, welcher der Regierungsrat sicher schätzt. Wenn nun beispielsweise die Freidenker Informationen abgeben wollen, wäre dies vermutlich problematischer. Bildung Thurgau meinte im Artikel, dass das “Unterstützen solcher Aktionen Begehrlichkeiten anderer Gruppierungen” schaffe. Warten wir also auf die ersten Bittsteller und sind gespannt, wie der Regierungsrat dann reagiert und ob alle gleich behandelt werden.
Dezember 9, 2010 um 11:15 pm |
Mich würde interessieren was es für einen Aufschrei und konservativ, rechtsnationale SVP Protestaktionen gäbe, würde ein Islamischer Kulturverein es wagen den Koran verteilen zu wollen.
Dezember 25, 2010 um 8:32 am |
Was den Religionsunterricht in der Schule betrifft, sind im Thurgau die Privilegien sehr einseitig verteilt. So sind z.B. Schulen verpflichtet, den Landeskirchen Schulzimmer zur Verfügung zu stellen, ohne dass sie die Benutzung in Rechnung stellen dürfen. Ausserdem ist bei der Gestaltung des Stundenplans besondere Rücksicht auf die Integration des Religionsunterrichts zu nehmen. Ein entsprechender Passus zugunsten anderer Glaubensgemeinschaften fehlt komplett.
http://dek.hsb.tg.ch/html/802880200.html